Der Stadtrat von Zürich hat unsere Einsprache betreffend Mühlebachstrasse abgelehnt. Warum Pro Velo die Sache gemeinsam mit der SP vor Gericht zieht.

Mühlebachstrasse: Einsprache ABGELEHNT!

Mühlebachstrasse: Einsprache ABGELEHNT!

Der Stadtrat von Zürich hat unsere Einsprache betreffend Mühlebachstrasse abgelehnt. Warum Pro Velo gemeinsam mit der SP Rekurs gegen den Entscheid erhebt.

Die Mühlebachstrasse ist nicht einfach eine Strasse im Seefeld. Sie ist Teil der Route 66, der Schweizmobil-Route entlang der Goldküste – und vor allem ist sie eine Strasse, die künftig den Massstab für die Umsetzung der Velorouten-Initiative setzen wird.

Unterdessen ist sichtbar, wie das Tiefbauamt die Initiative umsetzen will: An der Baslerstrasse, der Scheuchzerstrasse und der Mühlebachstrasse liegen Projekte vor. Gegen alle mussten Pro Velo und die SP Einwendungen und Einsprachen machen: Denn anstatt die Velorouten vom Auto-Durchfahrtsverkehr zu befreien, fördern Tiefbauamt und die Dienstabteilung Verkehr diesen zusätzlich. Die Autos erhalten auf den Velovorzugsrouten dank der Aufhebung des Rechtsvortrittes nämlich ebenfalls freie Fahrt.

Das entspricht nicht den Erwartungen der Stimmbevölkerung, welche die Velorouten-Initiative mit über 70 Prozent Ja-Stimmen angenommen hat. Denn gemäss Initiativtext und Gemeindeordnung sollen die Velovorzugsrouten «grundsätzlich frei vom motorisierten Verkehr» sein.

Mühlebachstrasse: Einsprache abgelehnt.

Auf diesem Abschnitt ist die Mühlebachstrasse heute recht ruhig. Damit könnte es bald vorbei sein. Denn die Nebenstrasse wird durch die Aufhebung des Rechtsvortritts attraktiver für Autos.

Fotograf: Felix Schindler

Die Stadt lässt uns keine andere Wahl

Es gibt zahlreiche Vorschläge, wie der Durchgangsverkehr unterbunden werden könnte – von Blumentöpfen, die die Route an einer Stelle unterbrechen, über versetzte Einbahnstrecken entlang der Route bis zu Fahrverboten fürs Auto, bei denen der Zubringerdienst gestattet ist. In der Einsprache verlangten wir ein entsprechendes zweiteiliges Fahrverbot.

Der Stadtrat zeigt kein Gehör für solche Lösungen. Pro Velo zieht die Einsprache an der Mühlebachstrasse deshalb gemeinsam mit der SP weiter. Yvonne Ehrensberger, Geschäftsführerin von Pro Velo Kanton Zürich, sagt: «Je mehr Autoverkehr auf einer Veloroute verbleibt, desto stärker leidet die objektive Sicherheit und das subjektive Sicherheitsgefühl. Für uns ist klar, dass wir keine unsicheren Velorouten zulassen. Es ist schade, dass es zu diesem Schritt kommen muss, aber die Stadt lässt uns keine andere Wahl.» Ob man vor Gericht Erfolg haben werde, sei unklar – «wir hoffen aber, dass nun alle Beteiligten aufwachen und endlich von Anfang an attraktive und sichere Velorouten gemäss Volkswillen planen.»

Monitoring Velorouten-Initaitive: Velobserver

Die Stadt steht unter Beobachtung

Auf der Monitoring-Plattform VelObserver bewertet ein Fachteam die Qualität der Vorzugsrouten in Zürich. Mit der Unterstützung des Prototype Fund arbeitet das VelObserver-Team daran, dass die Velocommunity die Veloinfrastruktur bald selber bewerten kann. 

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Andrea Freiermuth

Leiterin Kommunikation & Events bei Pro Velo Kanton Zürich

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