Mehr Klimaschutz für unser Städte

Mehr Klimaschutz für unser Städte

Pro Velo Kanton Zürich unterstützt die Stadtklima-Initiativen der Umweltorganisation
umverkehR – für mehr Klimaschutz und gegen die Sommerhitze.

Was ist das Ziel der Stadtklima-Initiativen in Zürich und Winterthur? Und warum braucht es sie, wo doch die Städte heute schon viel versprechen? 

Die Klimaerwärmung ist auch für urbane Zentren ein Problem. Dessen sind sich die Behörden durchaus bewusst. So heisst es etwa auf der Website der Stadt Zürich, der Klimaschutz sei verankert in verschiedenen städtischen Strategien wie dem «Masterplan Energie», «Stadtverkehr 2025» oder dem «Masterplan Umwelt» – Letzterer enthält als Reaktion auf die Klimaerwärmung sogar Massnahmen zur Hitzeminderung.

Silas Hobi, Geschäftsleiter der Umweltorganisation umverkehR, gibt sich damit aber nicht zufrieden: «Damit all diese Pläne keine Papiertiger bleiben, braucht es unsere beiden Stadtklima-Initiativen.» Der Verein hat die beiden Initiativen Ende April in Winterthur, Genf und Zürich lanciert. In Basel ist man bereits seit letztem September am Unterschriftensammeln und wird die nötigen Unterschriften Ende Sommer einreichen.

 

Mehr Klimaschutz für unsere Städte

Die «Initiative für eine zukunftsfähige Mobilität» («Zukunfts-Initiative») hat einen präventiven Charakter: Sie will Strassenfläche zu Fuss- und Veloflächen sowie Flächen für den öffentlichen Verkehr umwandeln und somit den CO2-Ausstoss durch den motorisierten Individualverkehr vermindern.

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Baslerstrasse in Zürich: Wie sie heute aussieht – und wie sie in Zukunft aussehen könnte. 

Rückenwind für den Klimaschutz

Die «Initiative für ein gesundes Stadtklima» («Gute-Luft-Initiative») bekämpft vor allem die Symptome des Klimawandels und damit die Hitze: Sie will Strassenfläche zu Grünflächen mit Bäumen umwandeln, welche die Stadt im Gegensatz zu Asphalt und Beton kühlen. Damit leisten die Initiativen einerseits einen Beitrag zu mehr Klimaschutz und andererseits zur Anpassung unserer Städte an den Klimawandel.

«Mit den Stadtklima-Initiativen geben wir konkrete und messbare quantitative Ziele vor», erklärt umverkehR-Geschäftsleiter Silas Hobi. Es gebe zwar viele schöne Pläne, deren Umsetzung aber alles andere als garantiert sei. Das sollen die beiden Initiativen ändern: «Sie werden für den nötigen Rückenwind sorgen, damit die Vorsätze zum Klimaschutz auch tatsächlich umgesetzt werden.»

Zur Erinnerung: Der Verkehr, insbesondere der Autoverkehr, ist nach wie vor der grösste CO2-Emittent der Schweiz. Er ist für rund einen Drittel der Emissionen verantwortlich. Während die Treibhausgasemissionen in den Sektoren Industrie und Haushalte sinken und somit auf Zielkurs sind, stagnieren sie beim Verkehr. Gemäss aktuellem CO2-Gesetz sind die CO2-Emissionen bis 2020 gegenüber 1990 um 20 Prozent zu reduzieren. Dieses Ziel wird voraussichtlich wegen des Verkehrs verfehlt werden. Hier setzt die «Zukunfts-Initiative» an, indem sie Zufussgehenden, Velofahrenden und ÖV-Passagieren mehr Platz einräumt.

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Eichstrasse in Zürich – mit und ohne Klimaschutz, heute und hoffentlich morgen.

Verbindliche Ziele setzen

Leider ist die Klimaerwärmung bereits dermassen fortgeschritten, dass Klimaschutz allein nicht mehr ausreicht. So zeigen Modellrechnungen von MeteoSchweiz, dass Hitzewellen, wie sie heute nur ungefähr alle zehn Jahre auftreten, schon bald jedes Jahr vorkommen könnten. Und das Bundesamt für Umwelt (BAFU) schreibt: «Mittel- und langfristig müssen Städte und Agglomerationen so gestaltet werden, dass sie auch bei zunehmender Sommerhitze eine angenehme Aufenthalts- und Wohnqualität bieten.» Mit der «Gute-Luft-Initiative» möchte der Verein umverkehR Asphaltwüsten reduzieren und mehr Platz für Grünräume und Bäume schaffen.

Pro Velo Kanton Zürich unterstützt die beiden Initiativen voll und ganz. Die «Zukunftsinitiative» will Velofahrenden mehr Platz einräumen und entspricht damit unserem Kernanliegen. Und gegen mehr Grün und weniger Hitze, wie sie die «Gute-Luft-Initiative» fordert, haben Velofahrende auch nichts einzuwenden – auch wenn die Stadt Zürich zuweilen versucht, Velos und Bäume gegeneinander auszuspielen, wie das etwa auf der Badenerstrasse rund um den Albisriederplatz der Fall war.

Und last but not least: Velofahrende im Kanton Zürich wissen aus schmerzlicher Erfahrung, dass eine Absichtserklärung noch lange keine Umsetzung bedeutet – und darum unterstützen wir alle Bestrebungen, den Behörden verbindliche Aufträge für mehr Velo und ein besseres Klima zu erteilen.

Wie kannst du die Stadtklima-initiativen unterstützen?

Falls du in den Städten Zürich oder Winterthur lebst, enthält dein «Velojournal» einen Unterschriftenbogen. Unterschreibe ihn jetzt, und bitte doch auch gleich noch deine Nachbarinnen, Nachbarn und Freunde um eine Unterschrift. Sammle Unterschriften an bestimmten Events, etwa an der Critical Mass. Für Zürich kannst dich dafür auf der Website von umverkehR anmelden. In Winterthur treffen sich die Sammelnden jeweils am Donnerstag um 18.30 Uhr beim grossen Judd-Brunnen in der Steinberggasse – allerdings nur, wenns trocken bleibt. Erzähle von den beiden Initiativen, und poste und teile Inhalte dazu. Etwa diesen Link hier: www.umverkehr.ch/projekte/stadtklima-initiativen

 

About The Author

Andrea Freiermuth

Leiterin Kommunikation & Events bei Pro Velo Kanton Zürich

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