Dooring: Unfallgefahr Autotür

Dooring: Unfallgefahr Autotür

Autotüren sind ein Risiko für Velofahrende. Wie sich Dooring-Unfälle vermeiden lassen – und woran Pro Velo langfristig arbeitet.

Velostreifen können eine trügerische Sicherheit vermitteln. Etwa, wenn sie an seitlich parkierten Autos vorbeiführen.

Autofahrende öffnen ihre Türen beim Aussteigen oft unvermittelt. Darum sollten Velofahrende immer genügend Abstand zu parkierten Autos halten. Hand raus und ausholen. Egal, ob sie dafür den Velostreifen verlassen müssen. Egal, ob sie dann auf der Autofahrbahn laden. Und egal, ob hinten einer ungeduldig wird.

Achtung für sich öffnenden Türen

Ein Blick in die Unfallzahlen der Stadt Zürich zeigt: 5,5 Prozent der Velounfälle in den vergangenen fünf Jahr ereigneten sich aufgrund der Kollision mit einer sich öffnenden Autotür. 9,4 Prozent der Unfälle mit Schwerverletzten oder getöteten Velofahrenden gingen auf sich öffnende Autotüren zurück. Dooring-Unfälle sind in Zürich also nicht nur häufig, sie sind auch ausgesprochen gefährlich. Darum fordert Pro Velo Zürich den Abbau von seitlichen Parkplätzen, vor allem entlang von Velorouten.

 

 

Lange herrschte in der Stadt Zürich Stillstand in Sachen Parkplätze. Dies aufgrund des Parkplatzkompromisses. Er wurde 1996 vom Gemeinderat beschlossen und besagt: Die Anzahl der Parkplätze in der Innenstadt muss stabil bleiben. Wird ein Parkplatz abgebaut, muss ein Ersatz her – etwa in einem Parkhaus.

Immerhin: In den vergangenen 30 Jahren konnten im Gebiet «City» 583 oberirdische Parkplätze abgebaut werden. Velofahrende wissen jedoch aus leidiger Erfahrung: Jeder Parkplätz an einem Velostreifen ist einer zu viel. Und gäbe es weniger parkiertes Blech, bliebe mehr Platz für Fuss- und Veloverkehr.

Parkplätze in Zürich

Ende 2019 ist der Parkplatzkompromiss ins Wanken gekommen. Unter dem Druck der rot-grünen Parlamentsmehrheit kündigte der Stadtrat an, den Vertrag von 1996 zu kündigen: Die Zahl der Parkplätze in der Innenstadt soll nicht mehr länger bei rund 7700 eingefroren bleiben, sondern um rund 760 Plätze sinken. Geht man davon aus, dass ein Parkfeld im Schnitt 12 Quadratmeter gross ist, dann ist der gewonne Raum grösser als ein Fussballfeld – und das Mitten im Zentrum.

Generell schrumpft die Anzahl der oberirdischen Parkfelder auf Stadtgebiet: Ende 2019 gab es 32 956 Felder in der Blauen Zone, zwei Jahre vorher waren es noch 463 mehr gewesen. Weisse Strassenparkplätze gibt es aktuell 9154. Die Zahl der Parkplätze in Parkhäusern und anderen Anlagen liegt bei 25746.

Mehr Platz fürs Velo

Es besteht Hoffnung, dass sich die Situation weiter verbessern wird: Der Stadtrat hat im vergangenen Jahr verkündet, dass er die Jahreskarte für die Blaue Zone von heute 300 Franken auf 780 pro Jahr deutlich verteuern will. Am meisten Parkplätze aufs Mal mussten im vergangenen Jahr wohl an der Baslerstrasse weichen, wo 70 Parkfelder zugunsten eines zwei Meter breiten Velostreifen aufgelöst wurden.

Dort, wo seitliche Parkplätze nicht abgebaut werden, fordert Pro Velo einen Mindestabstand von 0,7 Meter und eine Mindestbreite von 1,5 Meter für den Velostreifen. So können Velofahrende Abstand halten, ohne dabei auf die Fahrspur des motorisierten Verkehrs zu gelangen – so wie dies etwa an der Lagerstrasse umgesetzt wurde.

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Andrea Freiermuth

Leiterin Kommunikation & Events bei Pro Velo Kanton Zürich

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