Hoch über Winterthur

Hoch über Winterthur

Hoch über dem Alltag!

Wir WinterthurerInnen wissen, dass Winterthur eine der schönsten Wohnstädte ist. Doch selbst hier drückt uns manchmal der Alltag. Nachfolgende Velotour bringt uns in jeder Jahreszeit hoch über den Alltag.

Wir starten hinter dem Hauptbahnhof Winterthur, fahren auf der Wartstrasse bis zum Lindenplatz Wülflingen und folgen dann der Wülflingerstrasse. Rund 200 Meter nach der Härti, der Endstation der Buslinie 2, biegen wir rechts ab und fahren hoch nach Neftenbach. Nach der Kirche geht es links auf die Velolandroute 60, Richtung Bülach.

Beim Orts- und Weinbaumuseum Neftenbach nehmen wir rechterhand den steilen Aufstieg zum Irchel in Angriff. Meine auf den Sommer-Velotouren trainierten Beinmuskeln werden noch einmal einem Härtetest unterzogen. Ich bin froh, dass unter den 27 Gängen meines Velos auch ein extra leichter zu finden ist. 

Die Hueben im Westen Winterthurs

Bei der Hinterhueb läuft mir beim Gedanken an die zuckersüssen Erdbeeren, die wir hier im Frühsommer gepflückt haben, das Wasser im Munde zusammen. Jetzt aber steigen wir weiter hoch zur Mittlerhueb. Wir blicken auf Winterthur hinunter, ins Tösstal hinein und zu den Alpengipfeln. Beeindruckt von dieser tollen Aussicht diskutieren wir auf der Weiterfahrt, ob hier die schönste Wohnlage von Winterthur und Umgebung ist. Bei der Siedlung Oberhueb biegen wir links ab. Immer dem Wanderweg zum Irchelturm folgend, erreichen wir nach einigen weiteren kleineren Steigungen den Höhepunkt unserer Tour.

Über dem Alltag

Wir stellen unsere Räder ab und erklimmen den Aussichtsturm beim Heerenbänkli. Auf der Plattform, 694 Meter über Meer und hoch über dem Alltag, erwartet uns eine atemberaubende Rundsicht in die Alpen, zum Seerücken und in den Schwarzwald. An speziell klaren Tagen und wenn der Alltag genügend weit weg gerückt ist, sieht man sogar die Brandung der Nordsee… Während wir von der Ferne träumen, hören wir Treppengeräusche. Es dauert lange, bis der Neuankömmling endlich die Plattform erreicht hat. Kein Wunder, trägt er doch sein Velo mit hinauf! Was man nicht alles auf sich nimmt für ein aussergewöhnliches Selbstportrait. Exklusiv fürs Velojournal dürfen wir ein Erinnerungsbild knipsen. Danach räumen wir das Feld und steigen vom Turm hinab. Wanderer, die bereits weitergezogen sind, haben in der nahen Feuerstelle eine schöne Glut hinterlassen. Schade, haben wir keine Wurst dabei.

Vom Irchel über Desibach nach Humlikon

Für die Abfahrt vom Irchel müssen wir bis zur ersten Kreuzung auf dem Waldweg, auf dem wir gekommen sind, zurückfahren. Dann geht es rechts und bei der nächsten Verzweigung ebenfalls rechts den Wald hinunter. So gelangen wir zum Parkplatz oberhalb von Buch am Irchel. Bald erreichen wir die ersten Häuser von Buch. Im Dorfkern wählen wir die Strasse Richtung Desibach, verlassen diese aber bei der Sägerei bereits wieder. Wir fahren durch das Sägereigelände und geniessen anschliessend eine gemütliche Abfahrt, vorbei an Getreide- und Maisfeldern, Wiesen und Waldstücken, in die Ortschaft Dorf. Von hier geht es weiter über den Hügel nach Humlikon. Noch einmal werden die Beinmuskeln gefordert. Auf dem Golfplatz nebenan versucht ein Spieler den perfekten Schlag. Ob er das Loch aufs Erste trifft, interessiert uns jedoch nicht weiter.

Der Natur zurückgegeben

Beim Weiher biegen wir links ins Dorf Humlikon hinein und folgen der Andelfingerstrasse bis zum Dorfausgang. Wir zweigen rechts ab und fahren hinunter zur Bahnlinie, wo wir auf der Velolandroute 86 Richtung Winterthur weiterfahren. Nach Henggart führt unsere Tour auf die ehemalige Hochleistungsstrasse Winterthur – Schaffhausen. Diese wurde nach der Eröffnung des Teilstückes der A4 musterhaft zurückgebaut und renaturiert. Seither gehört sie den Velofahrenden. Nichts lässt mehr erahnen, dass hier einst eine breite, dicht befahrene Hauptstrasse durch Wald und Feld geführt hat. Statt Abgaswolken wachsen heute Karden in den Himmel. In Hettlingen verlassen wir die Velolandroute 86 und bleiben auf dem Radweg neben der Hauptstrasse Winterthur – Schaffhausen. Seit der Eröffnung der A4 ist auch diese Strecke für Velofahrer zumutbar. Sie führt uns über Ohringen und den Rosenberg auf direktem Weg zurück ins Zentrum von Winterthur.

Dieser 32 km lange Ausflug hat uns einige Schweisstropfen abverlangt, dafür aber umso mehr Energie für den Alltag zurückgegeben.

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