Albisriederplatz – Chance verpasst

Albisriederplatz – Chance verpasst

Jetzt ist er endlich fertig, der neue Albisriederplatz.

Und was sich schon während der Planungsphase abgezeichnet hat, ist eingetroffen: Velos sind nichtexistent. Keine Velostreifen, keine Piktos, nichts.

Doch, vor der Einmündung stehen Plakate, auf denen die Velofahrenden dazu aufgefordert werden, in der Mitte der Spur zu fahren, so wie das bei Kreiseln gemacht werden sollte.

Nur: Was auf anderen Kreiseln meistens funktioniert (ungeduldig hupende und manchmal auch rücksichtslos drängelnde Autofahrer ausgenommen), klappt am Albisriederplatz nur bedingt. Denn hier staut sich der Verkehr jedes Mal, wenn ein Tram kommt. Das heisst dann auch für die Velofahrenden: Warten. Oder sich rechts vorbeischlängeln und dann Gefahr laufen, bei der nächsten Ausfahrt «abgeschossen» zu werden.

Unsere Empfehlung für eine Velospur

So weit, so schlecht. Aber hätte man das nicht besser machen können? Radstreifen? Nein, Radstreifen sind da keine Lösung, wenigstens nicht die üblichen. Auch mit einer Roteinfärbung wird’s nicht besser. Wer schon mal den Bucheggplatz befahren hat, weiss das.

Was dann? Genau: Eine Velospur, die durch einen Absatz von der Fahrbahn abgesetzt und eingefärbt ist. Allenfalls sogar kombiniert mit einer Trottoirüberführung. Das hätte nicht nur den Velofahrenden, sondern gleich auch noch den Fussgängern geholfen. Den Blinden, den Rollstuhlfahrern, den Rollatorschiebern sowieso.

Gutes Beispiel aus Holland

Aber eben: Wer die sanfte Mobilität fördern will, der muss halt etwas kreativ werden. Oder nach Norden schauen. Nach Holland, Dänemark oder auch Deutschland. Da werden solche Lösungen gesucht, und sehr häufig auch gefunden.

In Zürich verpasst man lieber eine weitere Chance, etwas Gescheites zu machen und all denen, die vernünftig unterwegs sind, klar zu verstehen zu geben: «Hier bist du willkommen!»

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