Velos in Züricity

25.12.2009: Vier Jahre nachdem Pro Velo eine Petition mit rund 13'000 Unterschriften eingereicht hat, in welcher unter anderem ein Netz von sicheren und schnellen Routen in der Innenstadt verlang wurde, ist immer noch praktisch nichts geschehen. Das Limmatquai wurde für den Durchgangsverkehr geöffnet, einige Routen signalisiert, das wars auch schon.
Was fehlt sind schnelle, sichere und direkte Routen durch die City und um diese herum. Rämistrasse, Seilergraben, Bahnhof, Talstrasse, General Guisan-Quai, Uraniastrasse und diverse weitere Strassen sind für Velofahrende kaum befahrbar. Wer es trotzdem wagt, steht entweder im Stau, weicht auf das Trottoir aus oder fährt auf den Tramgleisen.
Die Stadt kümmert das wenig. Sie schickt regelmässig die Polizei an die Rämistrasse und den Seilergraben, auf dass diese fleissig Bussen verteilt, ausserdem wird immer wieder mal über die disziplinlosen VelofahrerInnen gelästert. Ansonsten passiert kaum etwas.
Dabei ist klar: Bietet man Velofahrenden eine legale und gut funktionierende Lösung, wird diese auch benützt. Das zeigt das Beispiel Langstrasse, wo vor der Sperrung für den Autoverkehr praktisch alle Velos auf dem Trottoir fuhren. Heute sind es nicht einmal mehr zehn Prozent.
Damit auch die City endlich velotauglich wird, reichen André Odermatt (SP) und Daniel Leupi (Grüne) eine Motion im Zürcher Gemeinderat ein. Gefordert wird ein Netz von Radstreifen und Radwegen auf den Hauptrstrassen in der Zürcher City. Diese Veloverbindungen sollen auf der Fahrbahn errichtet werden.



VelofahrerInnenstadt – Jetzt!

9.12.2005: Beinahe 13'000 Unterschriften sind für die Petition eingegangen. Die Unterschriften werden am 14. Dezember Stadträtin Esther Maurer und Stadtrat Martin Waser übergeben.

Für den Veloverkehr ist die Situation in der Zürcher Innenstadt sehr unbefriedigend. Der Stadtrat unternimmt zu wenig, um die Lage für die Velofahrenden – und damit auch für den Fussverkehr – zu verbessern. Die IG Velo Zürich lanciert deshalb die Petition «VelofahrerInnenstadt – Jetzt!». Sie fordert darin die schnelle Realisierung eines sicheren Veloroutennetzes, die Sanierung der Konfliktstellen mit dem Fussverkehr und ein Vorgehen der Polizei gegen Autofahrende, die mit rücksichtslosem Verhalten Velofahrende aufs Trottoir treiben.
Trotz einer Verdreifachung des Veloverkehrs in der Zürcher Innenstadt in den letzten Jahren geniessen die anderen Verkehrsmittel beim Stadtrat eine höhere Priorität. Grossflächige Fussgängerbereiche ohne Velodurchlässigkeit oder Beschleunigungsmassnahmen für den motorisierten Verkehr werden realisiert, doch es existiert kein durchgehendes Veloroutennetz. Die meisten Hauptachsen weisen keine Velostreifen auf. An vielen Stellen sind Konflikte mit den FussgängerInnen deshalb vorprogrammiert. Der Stadtrat beklagt die Konflikte, doch er hat es unterlassen, das Problem lösungsorientiert zu betrachten.
Die IG Velo Zürich verurteilt rücksichtsloses Verkehrsverhalten, auch von VelofahrerInnen. Sie ist überzeugt, dass die Dauerkonflikte zwischen Fuss- und Veloverkehr reduziert werden müssen. Die IG Velo Zürich wendet sich aber gegen eine einseitige Sichtweise. Die Ursachen sind vielfältig. Mangelnde Sicherheit auf der Strasse und das lückenhafte Routennetz sind die Hauptgründe, weshalb viele Velofahrende aufs Trottoir ausweichen. Die Polizei beschränkt sich mit Bussenaktionen gegen das Trottoirfahren auf die Symptombekämpfung. Die von Velofahrenden täglich erlebten Ursachen werden nicht geahndet (enges Überholen, Halten auf dem Velostreifen, Rechtsabbiegen ohne blinken oder keinen Platz am rechten Fahrbahnrand lassen etc). Die IG Velo Zürich hat Erhebungen gemacht, deren Ergebnisse erschreckend sind. Sie erwartet, dass die Polizei vermehrt bei diesen Ursachen ansetzt.
Weitere Gründe für die geringe Einhaltung der Verkehrsregeln sind die vielen offiziellen Veloführungen mit dem Fussverkehr, die extrem uneinheitliche Führung der Velorouten (nicht weniger als 15 Wechsel des Verkehrsregimes auf einer typischen Innenstadtstrecke) und die Tatsache, dass der Veloverkehr bei Baustellen und der Signalisation oft vergessen wurde. Diese Faktoren haben bei einem grossen Teil der Velofahrenden zum Eindruck geführt, im Strassenverkehr auf sich allein gestellt zu sein.
Die IG Velo Zürich setzt sich für die Führung des Veloverkehrs auf der Fahrbahn und das Einhalten der Verkehrsregeln ein. Sie wird im Laufe des Sommers entsprechende Aktionen durchführen (siehe PDF goldenrules). Doch für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmenden in der Innenstadt muss sich auch der Stadtrat einsetzen.

Alle Dokumente zur Kampagne als .zip

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