Jetzt lang¹ts ­ Langstrasse frei für¹s Velo Die Langstrasse ist die wichtigste Verbindung für den Veloverkehr zwischen dem Süden und dem Norden Zürichs. Aber nur in einer Richtung kann sie durchgehend legal befahren werden. Damit sich das ändert, lanciert die IG Velo Zürich jetzt eine Petition an die Stadt Zürich. Wer mit dem Velo vom Kreis 5 in den Kreis 4 will, fährt entweder weite und gefährliche Umwege über die Feldstrasse oder die Kanonengasse. Oder taucht ab in die Illegalität und fährt direkt auf der Busspur die Langstrasse hinauf. Ein Augenschein vor Ort zeigt sehr schnell: Fast alle wählen den direkten, aber verbotenen Weg, flüchten vor dem Bus, fürchten die aus den Querstrassen herausfahrenden Autos und verärgern die Zufussgehenden. Die lange Warterei auf die Veloverbindung Zwanzig lange Jahre dauert die Geschichte einer autoarmen Langstrasse bereits. 1983 legte die Stadt ein Projekt zur Sanierung der Langstrasse und Verlängerung der Kanonengasse auf. Die GegnerInnen, unter ihnen AnwohnerInnen, die IG Velo Zürich und der VCS, fürchteten einen kalten Ausbau der Verkehrskapazität. Sie wurden mit dem Argument geködert, die Verlängerung der Kanonengasse schaffe die Voraussetzungen für ruhigere Wohngebiete. Der damalige Stadtrat Ruedi Aeschbacher argumentierte: “Von planerischer Seite ist die Sperrung (der Langstrasse) zu begrüssen, bringt sie doch grosse Vorteile für Bus, Velo, Fussgänger, Anwohner und Ladenbesitzer³. Das war nur der Auftakt einer Planungs-Odysee, bei der das Velo fast immer den Kürzeren zog (siehe “Langstrassengeschichten³). Heute staut sich immer noch täglich eine lärmige, stinkige Autokolonne durch die Langstrasse, der Bus muss sich mit einer Spur begnügen, AnwohnerInnen hat es bald keine mehr, genau so wenig wie LadenbesitzerInnen und für VelofahrerInnen ist die Langstrassse nur in einer Richtung passierbar. Veloverkehr wird in die Illegalität gedrängt Mitte der 80-er Jahre wurde die Kanonengasse verlängert und 1995/96 die Langstrasse saniert. Während auf Nebenstrassen im Quartier einzelne Verbesserungen für den Veloverkehr vorgenommen wurden, blieb das Herzstück, die Langstrasse, für die VelofahrerInnen entweder verbotene Zone oder nicht wirklich brauchbar. In Richtung Limmatplatz funktioniert die Verbindung nur halbwegs. Die enge Fahrspur zwischen Hohl- und Lagerstrasse macht ein zügiges Vorankommen unmöglich. Wer es eilig hat, überholt die Autokolonne auf der Busspur und hat Glück, wenn gerade kein Bus entgegen kommt. Die umgekehrte Richtung ist legal überhaupt nicht befahrbar. Ganz offensichtlich sind die Velofahrenden aber nicht bereit, die weiten und gefährlichen Umwege auf sich zu nehmen. Das beweist die grosse Anzahl Velos welche auf der Busspur Richtung Helvetiaplatz unterwegs sind. Wenigstens im unteren Teil der Langstrasse zwischen Unterführung und Limmatplatz besteht Hoffnung auf eine Verbesserung der Situation. Im Laufe der aktuellen Sanierung werden im Strassenbelag auf beiden Seiten rote Velostreifen markiert. Langstrasse im Brennpunkt Seit längerer Zeit steht die Langstrasse und das umliegende Quartier im Fokus der öffentlichen Diskussion. Mit verschiedenen Massnahmen versucht die Stadtverwaltung, den Drogenhandel und das Sexmilieu einzudämmen. Zu diesen Massnahmen gehören auch Einschränkungen für den Verkehr in den Seitenstrassen. Eine Schliessung der Langstrasse für den Durchgangsverkehr führe zu einer weiteren “Verslumung³ des Quartiers, wird da und dort argumentiert. Ein Standpunkt, welchen die IG Velo nicht teilt. Fussgänger- und VelofahrerInnen sind die VerkehrsteilnehmerInnen, die am meisten zur Belebung des öffentlichen Raumes beitragen. Und die IG Velo Zürich fordert auch keine autofreie Langstrasse. Anlieferer und AnwohnerInnen sowie Taxis sollen auch auch in Zukunft durchfahren dürfen, genauso wie es der regionale Richtplan vorsieht. Daniel Leupi Dave Durner