Schutzverordnung Uetliberg – eine Mogelpackung?

Still und heimlich wurde in den letzten Monaten vom Kanton die Schutzverordnung Uetliberg (SVO) erarbeitet. Diese Verordnung droht nun, den Uetliberg ein für alle Mal zur No-Go-Zone für Velofahrende und BikerInnen zu machen. Zwar gibt es eine “Bestandesgarantie”, das heisst, was bisher möglich war, soll auch künftig erlaubt sein. Gleichzeitig heisst es jedoch: “Bestehende Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft sollen bei sich bietender Gelegenheiten vermindert oder rückgängig gemacht werden”. Im Klartext: zeigt sich, dass ein Biketrail oder ein für Velo befahrbarer Weg das Schutzziel stört, wird verboten. Was das konkret bedeutet, zeigte sich im Sihlwald, wo das Velofahren, Mountainbiken und Reiten tel quel verboten werden sollte.
Standort des Oppidum Uetliberg Ansicht vom Zurichhorn am Seeufer das Strandbad Mythenquai 2014-01-06 12-10-24 P7700

Genau so unbefriedigend wie die Schutzverordnung ist die Art und Weise, wie sie zustandegekommen ist. Zwar heisst es im Richtplan, dass Schutzverordnungen “… unter frühzeitigem Einbezug und in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit den betroffenen … verschiedenen Interessengruppen und der Bevölkerung” erlassen werden sollen. Tatsächlich aber wurde in der Erarbeitung der SVO kein einziger Sportverband und noch nicht einmal das kantonale Sportamt miteinbezogen. Auch die betroffenen Gemeinden wurden erst mit der fertigen Schutzverordnung konfrontiert und hatten kaum Zeit, sich intern für eine Stellungnahme zu koordinieren.

Fazit: Die Schutzverordnung Uetliberg muss zurückgezogen und unter Einbezug aller Stakeholder neu erarbeitet werden. Dabei geht es nicht darum, den Naturschutz einzuschränken, sondern darum, zukünftige mögliche Nutzungen und entsprechenden Handlungsspielraum klar zu definieren.

Die Verordnung im Wortlaut (PDF): SVO Uetliberg
Die Einwendung der Pro Velo als Vorlage für eigene Einwendungen (Word als ZIP): Stellungnahme Pro Velo